Wie ein neues Bier ensteht - Teil 2 das Brauen
Salut, Freunde des Hopfens.
Eigentlich sollte der Post schon viel früher kommen. Aber dann war das Wetter so lange schön, und in der Sonne sitzen und Bier trinken ist halt schöner als am PC sitzen und bloggen. Aber jetzt regnet es ja ... ähm, wo war ich?
Im heutigen Post gehts um den wichtigsten Teil auf dem Weg zum Bier.
Brauen
Wir mischen Wasser, Malz und Hopfen zu einem geniessbaren Getränk.
Doch ich greife vor, starten wir doch einfach an einem lauschig warmen Morgen in Sevelen.
Mit lauschig meine ich brütend heiss, es soll heute leckere 36 Grad warm werden.
Rein gehts in die Brauerei, die Baumeister werden mit Wasser gefüllt (also so heisst unsere Brauanlage, obwohl wir uns natürlich auch gut mit Wasser versorgen bei dieser Hitze) und erst einmal mit Reinigungsmittel aufgekocht. Quasi jedem Arbeitsschritt geht ein Reinigungsschritt voraus, das wird schnell langweilig zum Lesen, also lass ich es ab jetzt weg. Seid aber versichert, dass alles, was mit dem Bier in Kontakt kommt, gewaschen und desinfiziert wurde.
Geputzt, ausgeleert und mit Wasser befüllt.
Deckel drauf und Heizleistung auf Vollgas.
Das Malz kommt erst ins Wasser, wenn dies die Einmaischetemeratur erreicht hat. Die ist je nach Rezept verschieden, für unser Belgian Triple liegt sie bei 55 °C. In der Zwischenzeit packen wir die Malzsäcke aus, legen den Hopfen bereit und machen die Hefe startklar. Zudem kippen wir diverse Salze ins Wasser, um dieses optimal fürs Bier vorzubereiten. Mithilfe dieser mineralischen Zusätze verwandeln wir das gute Seveler Quellwasser in die perfekte Basis für unser Bier. Wir reden hier von winzigen Mengen, auf die 50l Wasser kommen als Beispiel gerade mal 3.9 g Magnesiumsulfat ins Wasser. Besonders am heutigen Mise en Place für das Triple sind die 3 kg Kandiszucker, welcher wir zusätzlich in die Maische mischen werden.
| Unser (bescheidenes) Mise en Place fürs Triple |
Sobald das Wasser warm genug ist, geht es ans Einmaischen. Malzrohr in den Pott, Sieb hinein, Beutel auf und rein damit. Damit man sich das ein wenig vorstellen kann, unser Malrzohr ist quasi ein sehr grosser Kaffeefilter aus Chromstahl, durch welchen wir mit einer Pumpe Wasser drücken können. Somit waschen wir das Eiweiss und die Stärke aus dem Getreide und erhalten so die Würze. Dies ist dann das Wasser mit dem gelösten Zucker und Eiweiss. Eigentlich ganz einfach, oder?
Bei diesem Arbeitsschritt gibt es diverse Dinge zu beachten. Es kommt auf die Wassertemperatur und auf die Dauer an, wie viel Eiweiss und Zucker man aus dem Malz gewinnen kann. Je nach Bierstil ist dieses sogenannte "Maischeprofil" anders und ein wichtiger Bestandteil vom Rezept. Für unser Beglian triple gilt hier:
- Einmaischen und Eiweiss lösen bei 55 °C
- Maltose (also den Malzzucker) lösen bei 63 °C
- Verzuckerungsrast (hier bildet sich unvergärbarer Zucker, der das Bier süsst) bei 72 °C
- Abmaischen bei 78 °C